"Scrubs" ist diese eine Serie, die ich eigentlich immer vergesse, wenn mich jemand nach meinen Lieblingsserien fragt. Es gibt jetzt sicher Leute, die sagen würden: "'Scrubs', ist das nicht diese Krankenhaus-Comedy? Aber die ist doch nichts Besonderes!" Denen kann ich nur antworten: Doch, für mich ist "Scrubs" etwas Besonderes.

Und ich kann mir auch nicht so recht erklären, warum ich sie bei meinem Lieblingsserien nicht nenne. Vielleicht, weil sie neben Qualitätsserien so klein und banal wirkt? Doch eigentlich lasse ich sie nicht bewusst aus. Also: Ich habe keine Ahnung, welches Spiel mein Unterbewusstein da mit mir spielt. Deswegen ist es höchste Zeit, finde ich, dass ich mich intensiver damit beschäftige und dazu stehe, dass "Scrubs" sehr wohl auf die Liste meiner Lieblingsserien gehört. Weil es für diesen Text angemessen, ja geradezu erforderlich ist, dass ich dabei ein paar Folgen gucke, schreibe ich das hier nun ausnahmsweise vom Sofa aus, während auf dem Fernseher "Scrubs" läuft (erste Staffel).

Das allererste, was mir bei "Scrubs" einfällt: die wunderbare Abschiedsszene im Finale der achten Staffel. Die ist einfach nur - hach! Mir geht das Herz auf, sobald ich sie sehe. Es ist für mich noch immer eines der besten Serienenden, die ich je gesehen habe.* Und sobald ich das Lied "The Book of Love" höre, muss ich sofort daran denken, wie JD (Zach Braff) die Klinik verlässt und sein künftiges Leben dabei an ihm vorbeizieht. Leider höre ich das Lied viel zu selten. Glücklicherweise gibt es die Szene als Ausschnitt bei Youtube:

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Dann die herrlich absurden Szenen, die wir JDs Tagträumen oder JDs und Turks verrückten Ideen oder den obskuren Machenschaften des Hausmeisters zu verdanken haben (um nur drei der möglichen ungefähr 300 Gründe für absurde Szenen in "Scrubs" zu nennen). 

Als drittes fällt mir die Wärme ein, die diese Serie ausstrahlt und die mir beim Gucken richtig gut tut. Egal, wie fies manche Figuren zu ihm sind (Dr. Cox! Der Hausmeister! Dr. Kelso!) sind, egal, wie schlimm die Dinge sind, die passieren - JD hat einen unglaublichen Optimismus, mit dem er sich aufbaut, mit dem er die anderen Hauptfiguren ansteckt. Dazu: die Wertschätzung, mit der er seinen Mitmenschen - Kollegen und Patienten - begegnet, die Liebe, die er für seine Freunde empfindet. Und: Selbst die fiesesten Figuren haben ihre liebenswerten Seiten.  

Und: Es ist das wahre Leben! Das wahre Erwachsenwerden! Natürlich alles grandios überspitzt. Aber als ich "Scrubs" zum ersten Mal sah, war ich gerade in einer ähnlichen Situation: Ich hatte meine erste Festanstellung nach dem Studium. Klar, das, was JD, Elliot (Sarah Chalke) und Turk (Donald Faison) im Krankenhaus durchmachen, ist nicht vergleichbar mit dem, was in einer Redaktion los ist. Doch die grundsätzlichen Probleme, der plötzlich andere Alltag, die neuen Kollegen, die Beziehungen, die sich verändern - das ist alles ähnlich.

Nicht zu vergessen: die wirklich lustigen Dialoge, die ehrliche und lebensnahe Abfolge von Witz und Traurigkeit, der durchweg gute Cast. Und: Zach Braff. Ja, ich gestehe es: Ich bin ein Fan von Zach Braff. Seit "Scrubs" ist es ja leider etwas ruhiger um ihn geworden. Deswegen freue ich mich umso mehr, dass er eine neue Serie macht: "Alex, Inc" über einen Mann, der sein eigenes Podcast-Start-up aufbauen will. Im Mai hat ABC bekanntgegeben, dass die Sitcom von und mit Braff dort laufen soll. Der Trailer hat mir (als Podcast- und Zach-Braff-Fan) Spaß gemacht.

Noch was vergessen? Ah, ja, den Ohrwurm. Bitte sehr, der Titelsong. Den mag ich nämlich ebenfalls sehr gerne. Hier die Version aus dem Intro. Und hier noch das gesamte Lied in einer etwas anderen Version.

Mit dem Bekenntnis zu dieser kleinen, feinen Krankenhaus-Comedy verabschiede ich mich in die Sommerpause. Am 12. August lesen wir uns wieder. Bis dahin, frohes Gucken! :-)

*Das Finale der achten Staffel ist in meinen Augen das Serienfinale. Denn für mich gehört die neunte Staffel nicht dazu. Neuer Cast, neues Setting, mit "Scrubs - Med School" sogar ein neuer Name. Und einfach öde im Vergleich zum Original. Im Grunde also ein schlechtes Spin-off. Was die Macher da geritten hat, wüsste ich gerne. Aber glücklicherweise hat es nicht funktioniert, und nach einer Staffel war Schluss.

Jetzt zum wirklich Wichtigen: Wo kann man das alles gucken, über das ich schreibe?

"Scrubs": Alle neun Staffeln gibt's bei Amazon Video (Prime), iTunes oder Maxdome. 

Wer mir auf Twitter folgen möchte, kann das hier tun: @FrauClodette.